Mittwoch, 10. Dezember 2014

[Rezension] Zur Hölle mit Bridget

Zur Hölle mit Bridget
von Paige Harbison
Seiten: 352
erschienen am: 01.11.2014
Hier kaufen -> 12,99 €















Klappentext:
Was Bridget will, setzt sie durch. Immer. Zuhause macht sie ihrer Stiefmutter das Leben zur Hölle, in der Schule tanzen alle nach ihrer Pfeife. Bis eine Neue auf die Winchester Prep kommt: Anna Judge - Judge wie Richterin. Und mit Anna ändert sich alles: Die Lehrer fallen nicht mehr auf Bridgets Masche rein, ihr Fan-Club verkleinert sich blitzartig. Als eines Tages sich auch noch ihr Freund Liam abwendet, baut Bridget, total irritiert, einen katastrophalen Unfall! Sie ist nicht tot - aber auch nicht lebendig. Stattdessen ist sie in einer Schattenwelt gefangen, in der ihr Anna Judge zeigt, was für eine Mega-Zicke sie war. Bridget hat genau eine Chance, das zu ändern und ins Leben zurückzukehren. Oder für immer zu gehen.

Meine Meinung:
Das Cover finde ich eigentlich ganz niedlich. Was ich besonders hübsch finde ist, der I-Punkt bei dem Namen "Bridget". Denn der ist in der Form eines Totenkopfs.  Auch die Überschrift hat, nachdem ich das Buch gelesen habe, eine größere Bedeutung als ich vorher geahnt habe, denn man kann diese nämlich auch anders deuten. Wenn ich das Buch aber in einer Buchhandlung gesehen hätte, hätte ich es mir nicht gekauft (Leider). Denn meinen Buchcover-Geschmack trifft es leider nicht, dafür ist echt nicht bunt und schrill genug und bringt nichts geheimnisvolles oder gefährliches rüber. Wieso ich dieses Buch nun doch gelesen habe? Weil ich hier den Klappentext gelesen habe. Normalerweise lese ich nie die Klappentexte, um vorher nicht zu viel vom Inhalt zu erfahren. Bin also eine fast reine Buchcover-Käuferin. Da es bei diesem Buch aber um ein Rezensionsexemplar handelt, wollte ich mich nicht um ein Buch bewerben, dass vielleicht so gar nichts für mich. Also habe ich mal gegen meine Prinzipien verstoßen und den Klappentext gelesen und mein Interesse wurde durch einen Satz geweckt: "Sie ist nicht tot - aber auch nicht lebendig. Stattdessen ist sie in einer Schattenwelt gefangen". Und so habe ich mich tierisch darüber gefreut, als es tatsächlich bei mir zu Hause lag.


Bereits nach den ersten Seiten fühlte ich mich in dem Buch wohl. Es ist sehr einfach und logisch geschrieben, so dass man sich voll und ganz auf den Inhalt konzentrieren kann, anstatt sich Gedanken machen zu müssen, was der Autor einem damit sagen möchte. Da das Geschehen an einer Schule spielt (einer meiner Lieblingsszenarien) gab es schon mal den ersten Pluspunkt. Was mir am Anfang aber nicht so gut gefallen hat, ist, dass man hier sofort erfährt auf welche Situation das Geschehen hinaus läuft. Und zwar den Autounfall von Bridget. Das hat mir persönlich in dem Moment zu viel vorweg genommen.
Im ersten Drittel lernt man Bridget kennen und ja was soll ich sagen, wenn man so eine Person als Freundin hat, braucht man keine Feinde mehr.

Zu eng, behauptete ich, nachdem ich kurz aufgeschaut hatte. Das stimmt zwar nicht, aber ich wollte natürlich auch nicht, dass sie in Merediths Sachen besser aussah als ich.
(Seite 120)

 Ich nahm an, dass sie es mir schon verzeihen würden oder dachten, dass sie sich blöd verhalten hätten, und sich dafür bei mir entschuldigten. So war es immer.
(Seite 121)

Durch ihr Verhalten und ihre Handlungen macht sich Bridget ganz schnell unbeliebt beim Leser. Doch nicht nur der Leser empfindet ihr gegenüber Anthipathie, ihre Freunde und Familie wendet sich auch langsam von ihr, ohne das sie es merkt.
Man merkt zwar, dass ihr zwischenzeitlich bewusst ist, dass ihr Verhalten nicht korrekt ist, schafft es aber nicht die Kurve zu kriegen. Auf ihrem "Feldzug", trennt sich ihr Freund von ihr, ein Schüler wird suspendiert, ein Lehrer verliert seinen Job, ihre Freundin verfällt der Bulimie und Bridget vergrault sogar ihre liebe Stiefmutter. Alle diese Menschen leiden unter Bridget.

Als eines Tage die neue Schülerin Anna Judge an der Schule auftaucht, ist Bridget plötzlich nicht mehr die beliebteste und hübscheste an der Schule. Sie steht in ihrem Schatten und bemerkt auch, dass sich ihre Freunde so langsam nacheinander von ihr abwenden. Sie ist schockiert und flüchtet mit dem Auto aus der Schule. Während der Fahrt stellt sie sich vor, wie es wäre einen Autounfall zu haben und dabei ums Leben zu kommen. Sie wünscht es sich sogar ein wenig, nur damit sich dann alle schuldig fühlen und ihr hinterher trauern.

Zwar zerissen sich anscheinend ein paar noch das Maul über mich, aber viele andere ignorierten mich einfach. Ich mustte einigen von ihnen sogar ausweichen, weil ich plötzlich so etwas Ähnliches wie Luft oder so war. Das war ein echter Schock für mich.
(Seite 156)

Genau an dieser Stelle erfahre ich endlich, was es mit dem Satz aus dem Klappentext auf sich hat, der so mein Interesse geweckt hat.
Den Bridget steht plötzlich vor "dem Jüngsten Gericht" wenn ich das mal so benennen darf. Und die neue Mitschülerin Anna Judge ist die Vorsitzende. Hier auch das Wortspiel Judge, wie Richterin.
Anna zeigt Bridget nochmal alle Situationen wo sie so gemein zu ihren Freunden und Familienmitgliedern gewesen ist. Aber das ganze aus Sicht der anderen. Das heißt Bridget hört, sieht und fühlt genau das, was die anderen Personen in dem Moment gefühlt haben. Und der ganze Schmerz rüttelt sie endlich wach.

Zum allerersten Mal empfand ich tiefe Reue und Bedauern darüber, dass ich so gewesen war. Es war nicht nur ein Schuldgefühl, weil ich mit irgendwas aufgeflogen war oder weil sich am Ende unter einer Konsequenz litt. Mich zwang das Gewicht von allem, was ich getan hatte, in die Knie. Plötzlich erkannt ich, was meine Handlungen bewirkt hatten.
(Seite 287)

Sie bittet das Gericht um eine Chance, sie möchte ihre Liebsten nicht verlassen ohne sich bei ihnen nochmal zu entschuldigen. Sie bekommt bis um 24.00 Uhr Zeit, um alles wieder zu richten und muss dann wieder zurück. Es wird entschieden ob sie in die Hölle oder den Himmel kommt...
An dieser Stelle merkt man, wie man den Titel des Buches "Zur Hölle mit Bridget" noch verstehen kann.

Ich hatte dieses Buch relativ schnell durch und mag es sehr. Es bringt sofort einen dazu, sein eigenes Verhalten zu überdenken. Man versucht sich zu erinnern ob man nicht doch in letzter Zeit jemanden verletzt haben könnte. Da es am Ende doch noch eine kleine Wendung gab, die ich nicht erwartet hätte, finde ich es auch nicht mehr ganz so schlimm, dass am Anfang so viel verraten wurde.

Mein Fazit:
Schönes Buch mit Nachdenk-Effekt.

Punkte:
4/5


An dieser Stelle vielen lieben Dank an blogg dein Buch und an den Darkiss Verlag für das Rezensionsexemplar. Ich hatte wirklich sehr viel Spaß mit dem Buch.


      


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Liebe Grüße
Alina

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